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Frau Gantner

Originalhörspiel - ein Hörspiel von Guy Helminger, WDR 2010


Friederike und Markus sind ein Paar. Sie haben sich zufällig im Schwimmbad kennen gelernt. Das jedenfalls glaubte Friederike, bis sie erfährt, dass Markus früher bei einer Frau Gantner zur Untermiete gewohnt hat - dieselbe Frau, bei der auch Friederike später ein Zimmer besichtigt hat. Schon damals war ihr diese Frau unheimlich.Sie wird es umso mehr, als Friederike immer weitere Verbindungen zwischen Frau Gantner und Markus zu bemerken meint. Was hat ihr Freund mit dieser Frau zu schaffen, die spiritistische Sitzungen abhielt? Sie scheint einen geheimen Einfluss auf ihr gemeinsames Leben auszuüben, davon ist Friederike überzeugt. Auch als sie erfährt, dass Frau Gantner schon vor Jahren gewaltsam zu Tode kam - lange bevor Friederike bei ihr das Zimmer besichtigt hat...

Guy Helminger, geboren 1963 in Esch-sur-Alzette (Luxemburg), ist freier Schriftsteller und schreibt Lyrik, Prosa, Hörspiele und Theaterstücke. Letzte Buchveröffentlichungen: "Wer noch glaubt" (2005) und "Morgen war schon" (2007). Seit 1985 lebt und arbeitet Helminger in Köln.

hoerspielTIPPs.net:
«Für ein Radiohörspiel ungewöhnlich mysteriös, erzählt hier Guy Helmiger die Geschichte von "Frau Gantner", die im Hörspiel allerdings nie persönlich hörbar wird. Die Hauptfigur ist Friederike, deren Freund Markus eine merkwürdige Verbindung zu seiner ehemaligen, schrulligen Vermieterin zu haben scheint. Auch das Umfeld Friederikes entwickelt sich merkwürdig und irgendwie scheint hier eine große Sache im Hintergrund zu laufen, von der die Protagonistin nichts mitbekommen soll.

Guy Helmiger erzählt die Geschichte richtig gut und spannend. Immer wieder wirft er dem Hörer kurze Dialoge hin, die immer wieder neue Hinweise geben, die dann allerdings den eigentlichen Hintergrund bis zum Finale im Dunkeln lassen. Auch wenn man so keine Chance hat, vor dem Ende das Geschehen zu durchblicken, gelingt es trotzdem, den Hörer zu fesseln. Dazu nutzt Helmiger aber auch Sequenzen, die merkwürdige, kaum zuordenbare Gedankengänge darstellen. Das unterstreicht zwar den mysteriösen Anstrich der Geschichte, sie bleiben aber rückblickend ein wenig in der Luft hängen, da die Bezüge nicht konkret genug sind. So funktionieren diese Anteile formal besser, als sie inhaltlich wirken.

Die Inszenierung unterstreicht den mysteriösen Touch. Das Team um Jörg Schlüter greift hier ordentlich in die Sound- und Effektekiste und erzeugt so eine genretypische Atmosphäre, die keinen Zweifel aufkommen lässt, dass hier keine gewöhnliche Geschichte erzählt wird. Die akustische Ausgestaltung überzieht vielleicht hier und da etwas, insgesamt passt es aber gut zu Geschichte und Genre.

Ebenfalls sehr lobenswert: Das Ensemble. Die Akteure, inbesondere Tanja Schleiff und Jan-Peter Kampwirt, haben ein breite Palette an Emotionen zu meistern, was auch problemlos gelingt. Auch die gute Mischung aus unbekannten und bekannten Stimmen funktioniert, ein qualitatives Gefälle ist hier nicht zu vernehmen.

Wer auf dem Standpunkt steht, Radio könne nur Krimi und Kunst, der sollte zumindest hier mal ein Ohr riskieren. Der WDR lässt hier ein Mystery-Hörspiel hörbar werden, das man inhaltlich eher im kommerziellen Bereich vermuten würde, dem qualitativ aber eindeutig die Herkunft vom Radio zuordenbar ist. Eine tolle Produktion, die nur knapp unter der Höchstwertung bleibt.»

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