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Das Haus meines Vaters hat viele Zimmer

ein Hörspiel von Arno Geiger, SWR 2013


V.li.n.re.: Jörg Hartmann, Robert Besta, Martina Gedeck undAlexandra Henkel - Bild: SWR/Monika Maier
Sie werden sich fragen, was ist schon Außergewöhnliches daran, wenn einer zehnmal hintereinander niest und nichts dabei findet. Ja, gut, alle Menschen niesen, unterschiedslos, Genies und Dorfschuster. Das Niesen ist ein untrennbarer Teil der menschlichen Natur. Und alle außer mir scheinen im Großen und Ganzen beruhigt zu sein, dass sie niesen, wie sie niesen. Manche tun es sogar lustvoll, so wie man sich küsst und wie man sich kratzt. Alles ganz normal. Beruhigend. Allerweltsdinge. Normal essen, normal schlafen, heiraten, Kinder kriegen, Fehler machen, Unsinn reden, sich Zähne reißen lassen, seine Toten zum Friedhof schieben. Alles immer dasselbe, zu allen x-beliebigen Zeiten. – Noch auf dem Totenbett werde ich mich weigern zu akzeptieren, dass ich eine unter Millionen bin.

Für Lilli, temperamentvolle Ehefrau eines angepassten Chirurgen und Mutter einer fordernden 10-Jährigen, hat die zweite Hälfte des Lebens begonnen. Mit Staunen, Selbstironie und kämpferischer Verzweiflung nimmt sie wahr, wie Jugend, Schönheit und Präsenz leise schwinden. Aufgerieben zwischen ihrem Anspruch auf Individualität und Lebensfreude auf der einen, und den Zumutungen und Forderungen ihrer Familie auf der anderen Seite, führt Lilli täglich ihren einsamen kleinen großen Kampf um Glück, Souveränität und Würde. Unter ganz anderen Voraussetzungen kämpft ihre Schwester Alexandra, die bei Lilli Unterschlupf gefunden hat, nachdem sie von ihrem Mann verlassen wurde. Trotz jahrelanger Zurückweisungen versucht sie noch immer, ihren Mann zurückzugewinnen.

"Mein Schreiben hat viel mit diesem Beobachten zu tun, mit einem fortgesetzten, nicht nachlassenden Staunen, wie merkwürdig unsere Existenz ist. Es hat auch damit zu tun, dass diese Merkwürdigkeit, wenn man sie in Sprache überführt, nichts von ihrer Merkwürdigkeit verliert, aber zusätzlich an Bedeutung gewinnt." (Arno Geiger)


Arno Geiger 1968 in Bregenz geboren, studierte Deutsche Philologie, Alte Geschichte und Vergleichende Literaturwissenschaft in Innsbruck und Wien. Seit 1993 lebt er als Schriftsteller in Wolfurt/Vorarlberg und Wien. Seinen ersten Roman "Kleine Schule des Karussellfahrens" veröffentlichte er 1997. Er wurde unter anderem mit dem Friedrich-Hölderlin- Förderpreis (2005), dem Deutschen Buchpreis (2005), dem Johann-Peter-Hebel-Preis (2008) sowie 2011 mit dem Friedrich- Hölderlin-Hauptpreis, dem Literaturpreis der Konrad- Adenauer-Stiftung und dem Johann-Beer-Preis und 2012 mit dem Anton-Wildgans-Preis der Österreichischen Industrie ausgezeichnet. SWR2 produzierte 2011 das Hörspiel "Alles über Sally" nach seinem gleichnamigen Roman.

Vorstellung im OhrCast


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