Kann die bloße Angst vor dem Tod einen Menschen umbringen? Gert Karnap, ehemals gefragter Starreporter, stellt sich diese Frage angesichts des tragischen Todes seines Freundes. Um den Schicksalsschlag zu verarbeiten, zieht er aufs Land. Doch die Geister, denen er entfliehen wollte, holen ihn dort schnell wieder ein. Im Gartenpavillon seines gerade erst erworbenen Hauses entdeckt er ein eingemauertes Skelett. Handelt es sich dabei um den nie gefassten Serienmörder Rasputin, wie die Polizei vermutet? Das Bemühen, den Hintergrund des mysteriösen Fundes aufzuklären, verwickelt Karnap schon bald in die düstere Geschichte seines Vorbewohners: Der Maler Roland Klint war besessen von den Werken Edgar Allan Poes und von der Angst, eines Tages irrtümlich lebendig begraben zu werden...
hoerspielTIPPs.net:«„Der Untergang des Hauses K“ von Christoph Güsken ist ein Hörspiel, das einen sofort in seinen Bann zieht – nicht durch aufdringliche Effekte, sondern durch eine intelligente Verknüpfung von Edgar Allan Poes literarischem Erbe mit einem modernen Serienkiller-Plot. Die Geschichte beginnt mit Gert Karnap, einem ehemaligen Starreporter, der nach dem tragischen Tod eines Freundes auf das Land zieht, um dem Trubel der Stadt zu entfliehen. Doch statt der erhofften Ruhe stößt er im Gartenpavillon seines neuen Hauses auf ein eingemauertes Skelett. Handelt es sich um den legendären, nie gefassten Serienmörder Rasputin? Oder verbirgt sich dahinter ein noch düstereres Geheimnis? Die Handlung verwebt diese Frage mit der obsessiven Faszination des früheren Hausbesitzers, des Malers Roland Klint, der von Poes Werken besessen war – und von der irrationalen Angst, lebendig begraben zu werden.
Die Atmosphäre erinnert an „Grund GmbH“, nicht wegen spektakulärer Gruseleffekte, sondern wegen ihrer nüchternen, fast literarischen Inszenierung. Das Hörspiel lebt von seinen präzisen Dialogen und den hintergründigen Charakteren, die den Hörer von Anfang an fesseln. Die Spannung entsteht durch das, was *nicht* ausgesprochen wird, durch die Pausen und die subtile Art, wie die Figuren ihre Geheimnisse bewahren. Hier wird die unheimliche Stimmung nicht durch knarrende Dielen oder dramatische Musik erzwungen, sondern durch eine fast schon kühle Zurückhaltung, die das Unbehagen umso intensiver macht.
Die Sprecherleistungen sind durchweg überzeugend. Besonders Burghart Klaußner und Matthias Habich verleihen ihren Figuren genau das richtige Maß an Geheimnisvollem, ohne in Klischees zu verfallen. Die Besetzung spielt bewusst mit den Erwartungen der Hörer: Mal wirken die Charaktere vertraut, mal unberechenbar, und das hält die Neugier bis zum Schluss wach. Alexander Radszun als Gert Karnap überzeugt mit einer Stimme, die zwischen Skepsis und wachsender Verzweiflung schwankt – genau das, was die Figur braucht, um authentisch zu wirken.
Was dieses Hörspiel so besonders macht, ist seine Fähigkeit, den Hörer bis zur letzten Minute zu fesseln. Es ist nicht nur spannend, sondern auch unterhaltsam – eine wirklich gelungene Krimiunterhaltung, die sich Zeit nimmt, ihre Charaktere und ihre Welt zu entwickeln. Wer düstere, atmosphärische Geschichten mag, die zwischen Psychothriller und literarischer Hommage balancieren, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Wer „Grund GmbH“ mochte, wird auch diesen Titel lieben. Und wer Poes Werk kennt, wird die kleinen, feinen Verweise besonders genießen. Ein Hörspiel, das zeigt: Manchmal braucht es keine lauten Effekte – manchmal reicht pure, intelligente Erzählkunst.»
Vorstellung im OhrCast
Ursendung: 16.09.2007
Als Download / Im Handel verfügbar seit / ab: 17.11.2025
📥
Link zum Download
...