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Jakob der Lügner

ein Hörspiel von Jurek Becker, WDR 2002


⏰ 70 Min.

🎬 Regie: Claudia Johanna Leist

🛠 Bearbeitung: Georg Wieghaus

🎼 Musik: Henrik Albrecht

🎤 Mit: Erzähler: Rudolf Wessely
Jakob Heym: Gerd Baltus
Lina: Céline Vogt
Kowalski: Thomas Thieme
Mischa: Jesco Wirthgen
Rosa: Mara Bergmann
Professor Kirschbaum: Ernst August Schepmann
Elisa Kirschbaum: Thessy Kuhls
Felix Frankfurter: Bernt Hahn
Frau Frankfurter: Eva Scheurer
Herschel: Christian Schramm
Herr Preuß: Frank Albrecht
Herr Meyer: Jürgen Schütter
Wachhabender: Tom Zahner
Wachtposten 1: Götz Argus
Wachtposten 2: Paul Faßnacht
Beamter: Bodo Primus
Ghettobewohner: Frank Voss
Radiosprecher: Michael Müller

Polen 1944 ? Jakob lebt im Ghetto. Er ist ein einfacher, nicht sonderlich mutiger Mann, aber der einzige, der sich wehrt. Er erzählt seinen Mitbewohnern, dass die Russen, die Befreier, schon nah sind. Er behauptet, ein Radio zu besitzen, was eine Lüge ist und eine lebensgefährliche dazu, denn Radios sind für Juden verboten. Jakob macht den Menschen Hoffnung, die sich zwar nicht erfüllt, die aber lebensnotwendig ist. "Die Leute brauchen keine Medizin so sehr wie Hoffnung", sagt er.

Jakobs täglich verbreitete Radionachrichten verändern das Leben im Ghetto. Ein junges Paar träumt auf einmal von der Heirat, die kleine Lina von der Schule und ein alter Schauspieler von den Rollen, die er nach dem Krieg spielen möchte. Es werden Pläne geschmiedet, man nimmt sich Zeit, an ein Morgen zu denken, die Selbstmordrate geht rapide zurück. Auch wenn Jakobs Lügen letztlich nichts an ihrem Schicksal ändern, denn alle müssen sie schliesslich ins Todeslager, so helfen sie doch, das Schlimme etwas besser zu ertragen. Der Roman "Jakob der Lügner" erschien 1969 und zählt längst "zum Kanon der deutschen Literatur, ja der Weltliteratur". (Die Zeit)


Jurek Becker, vermutlich am 30. September 1937 im polnischen Lodz geboren, erlebte seine Kindheit im Ghetto und im KZ. 1945 kam er mit seinem Vater nach Berlin - zusammen mit einer Tante waren sie die einzigen Überlebenden der Familie. Nach dem Abitur studierte er Philosophie. Von 1960 bis 1977 lebte er als freier Schriftsteller in Ost-Berlin. Von 1957 bis 1976 war er Mitglied der SED, aus der er wegen seines Protests gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann ausgeschlossen wurde. Seit Ende 1977 lebte er im Westen. Becker starb 1997 in Sieseby/Schleswig-Holstein. Zu seinen erfolgreichsten Romanen gehören "Jakob der Lügner" und "Bronsteins Kinder" (1986), ausserdem schrieb er Drehbücher für Film und Fernsehen, darunter die Serie "Liebling Kreuzberg".

Henrik Albrecht, geboren 1969 in Köln, ist Komponist mit Schwerpunkt auf Hörspielmusik, Pianist, Bandoneonist und Tangomusiker. Er gibt ausserdem mit einem festen Ensemble Konzerte im In- und Ausland.


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